Naja, lieber illenschasola!
Da steckt eine Korn Wahrheit dahinter. Trotzdem soll man diesen einen Bericht nicht überbewerten. Ich habe seit 28. April 2008 (Start) 499 Artikel und 1.010 Fotos veröffentlicht. Ich hatte genau am 23. April vor, diesen aktuellen Startbeitrag in das Seitenfach "Rotlicht" wegzusortieren und von der Startseite abzuziehen, weil der 20. April, als dieses größte Wiener Haus "dieser Art" eröffnet wurde, schon vorbei ist. Ich habe das auch schon dem Manager dieses Hauses per Email gesagt, dass ich der Beitrag nicht endlos vor festgepinnt sein kann. Mein Job ist erledigt. Ich habe das Ganze nach meinem freundschaftlichen Besuch auf der Wiener Baustelle am 15. April fünf Tage lang "gepusht" um denen etwas Zulauf auf ihre Webseite zu bringen. "Google" hat den Beitrag gut abgelegt (prominent gereiht) auf .at, .de, .com und daher widme ich mich nun wieder anderen Dingen.
Doch nun kann ich derzeit gar nichts machen, denn Worpress hat mir die Möglichkeit genommen, nachzuedieren. Ich kann derzeit keine Fotos einstellen, nichts verschieben, ich kann keine neuen Beiträge schreiben, ich bin "gesperrt". Datum 23. April 2009.
Die Gründe sind nicht ausgespochen. Wahrscheinlich eine Intrige. Aus einem Beitrag, den Google liebt, einen Knoten zu schüren, ist nicht fair. Immerhin gab es ein Posting von einer Wiener Vereinigung dazu, die sich sehr sachlich und sozial engagiert mit dem Thema "Prostitution" befasst (Verein sexworker.at - das sind Sozialarbeiter, deren Webseite ist ambitioniert). Damit habe ich genug erreicht und Diskussion angezogen. Das ist Aufgabe von B&G. Außerdem ist der Beitrag gut von Lesern in diverse Foren verlinkt worden. Er genießt also Zulauf. Er ist als "Wirtschaftsbeitrag" gebaut und nennt Daten und Hintergründe. Man kann diese Themen ja nicht gänzlich ignorieren, sie sind Teil der Wirklichkeit.
Natürlich sieht es optisch so aus, als würde sich die Seite "Blaulich und Graulicht" nur um solche Themen behandelt. Das stimmt aber nicht. Ich bin seit 1986 im journalistischen Leben, arbeitete in zweo großen Nachrichtenagenturen, schrieb für über 20 Zeitschriften. Ich kenne mich etwas aus. Ich habe sogleich Wordpress einen "scharfen Brief" geschrieben und sie mit den Methoden der Nazis verglichen. Und mit Metternich und anderen großen "Zensoren", etwa Josef Fouché. Man darf nicht vergessen, was zuletzt geschah, das muss man einfach berücksichtigen.
Im Februar 2009 schrieb die größte österreichischen Medienfachzeitschrift "Der österreichische Journalist" ein großes Portrait über "Blaulicht und Graulicht" und mich (zwei Druckseiten). Im Februar zitierte die größte Schweizer Tageszeitung "Blick" in ihrer Printausgabe das "österreichische Online Magazin Blaulicht und Graulicht" und verfasste aus einem Artikel der Webseite eine zwei Seiten lange Geschichte (auf Seite 2 und 3 - damit fand Blog Eingang in Print). Im März bezeichnete mich die norwegische Tageszeitung "Dageblad" in ihrer Printausgabe als den "wichtigsten Blogger Österreichs". Ich schaffe immer nur Originalrecherchen ins Internet, immer nur Eigenes, gut abgesichert. Das lieben meine Leser (viele Anwaltskanzleien, Justizaktivisten, Milieumenschen, Sozialarbeiter, junge internetaffine Staatsanwälte ua.) Es gibt viel Lob per Email, das ich gar nicht veröffentliche, weil ich Selbstlos nicht mag. Ich liefere Zusammenhänge und manchmal auch versponnen Minimalistisches. Die Mischung machts, sage ich immer, abgerechnet wird am Jahresende.
Der Blog (also ich) wurde seit 28. April 2008 insgesamt zwei Mal geklagt. Beide Male zog der Klägeranwalt nach längerem Gespräch mit mir die Klage zurück. Er erkannte meine wahren Motive, die nicht auf Zerstören, sondern Erhellen und Aufklären aus sind. Ich ging damals den einfachen Kompromiss ein, dass ich den Beiträg auf "Entwurf" stellte. (Es ging damals um einen einzigen Beitrag, der zwei Klagen nach sich zog. Hätte ich beide Male verloren, wären einmal 36.000 Euro und einmal rund 4.000 Euro angefallen.) Es gilt bei meinem Blog ausnahmlos das Österreichische Medienrecht und das Österreichische Strafrecht. In beidem kenne ich mich gut aus. Der Blog (ich nenne es lieber: Webseite oder Informationsportal) wurde seit 28. April 2008 nie verurteilt, geschweige denn geklagt. Ich halte jeden Beitrag sehr sauber, arbeite teilweise 15 Stunden an einem Beitrag, überarbeite oft und schreibe täglich. Und: Ich lebe davon. (Anwälte oder Angehörige von Justizbetroffenen zahlen mir Geld, dass ich zu deren Prozesse gehe.) Schlecht, aber immerhin.
Kurzum: Ich lobte Wordpress immer, wann ich konnte. Es ist ein ideales Tool und langsam aber sicher bekomme ich es in den Griff. Am 23. April 2009 wurde ich aber Opfer einer Zensurmaßnahme. Ich schrieb einen langen Brief an Wordpress. Die sollen sich das mit Google-Translate übersetzen. Eine Stellungnahme von Wordpress steht noch aus. Ich weiß nicht, warum ich gesperrt bin. Rechtlich gibt es keinen Grund. (Email: marcusjoswald@live.at)